Durch Zecken übertragene Krankheiten beim Shiba Inu: Symptome, Risiken & Vorbeugung
Shiba Inus sind für die gleichen durch Zecken übertragenen Krankheiten anfällig wie andere Hunde. Am häufigsten kommen Borreliose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Babesiose und Rocky-Mountain-Fleckfieber vor. Da Shibas ein dichtes Doppelhaarkleid haben, das Zecken verbergen kann, müssen Halter nach Aufenthalten im Freien besonders sorgfältig kontrollieren. Ganzjährige Floh- und Zeckenprophylaxe sowie ein rasches Entfernen von Zecken sind der beste Schutz für deinen Shiba.

Shiba Inus sind genauso anfällig für durch Zecken übertragene Krankheiten wie jede andere Rasse, und ihr dichtes Doppelhaar macht eine Früherkennung schwieriger als bei kurzhaarigen Hunden. Die klinisch relevantesten durch Zecken übertragenen Erkrankungen bei nordamerikanischen Shibas sind Borreliose (Borrelia burgdorferi), Ehrlichiose (Ehrlichia canis, E. ewingii), Anaplasmose (Anaplasma phagocytophilum), Babesiose und Rocky-Mountain-Fleckfieber (Rickettsia rickettsii). Mit einer zuverlässigen, ganzjährigen Parasitenprophylaxe und täglichen Fellkontrollen lässt sich die große Mehrheit dieser Infektionen verhindern oder bei frühzeitiger Erkennung vollständig behandeln.
Im Folgenden findest du einen praktischen Leitfaden von Halter zu Halter zu den fünf Krankheiten, die dir am wahrscheinlichsten begegnen werden, den Symptomen, auf die du achten solltest, und wie du deinen Shiba schützen kannst.
Warum Shiba Inus besonders gefährdet sind
Shibas wurden in bergigem, buschigem Gelände in Japan gezüchtet, und die Rasse hat immer noch einen ausgeprägten Jagdtrieb, der sie durch hohes Gras, Laub und Waldränder treibt – genau dort, wo Ixodes-, Dermacentor-, Rhipicephalus- und Amblyomma-Zecken leben. Ihre dicke Unterwolle macht es zudem schwieriger, Zecken zu entdecken: Eine saugende Zecke kann 24–48 Stunden unbemerkt anhaften bleiben – genau das Zeitfenster, das die meisten Erreger zur Übertragung benötigen. Shibas sind genetisch nicht stärker anfällig für diese Krankheiten, doch ihr Fell, ihr Verhalten und ihre Größe ordnen sie klar in eine Kategorie mit hoher Exposition ein.
Die fünf häufigsten durch Zecken übertragenen Krankheiten bei Shibas
1. Borreliose
- Überträgerzecke: Schwarze Zecke / Hirschzecke (Ixodes scapularis und I. pacificus)
- Geografische Verbreitung: Nordosten, oberer Mittlerer Westen und Pazifikküste der USA; Südkanada
- Symptome: Wandernde Lahmheit, Fieber, Lethargie, geschwollene Lymphknoten, Appetitlosigkeit. Bei einem kleinen Prozentsatz entwickelt sich eine Lyme-Nephritis (eine schwere Nierenentzündung), die häufiger bei Retrievern auftritt, aber auch für Shibas ein Risiko darstellt.
- Diagnose & Behandlung: SNAP- oder quantitativer C6-Antikörpertest, anschließend Urinuntersuchung; Behandlung mit 4 Wochen Doxycyclin.
2. Ehrlichiose
- Überträgerzecke: Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) für E. canis; Lone-Star-Zecke für E. ewingii
- Geografische Verbreitung: Der Südosten der USA ist der Hotspot für E. canis, die Krankheit wird jedoch mittlerweile in über 30 Bundesstaaten gemeldet
- Symptome: Fieber, Lethargie, Nasenbluten oder Blutergüsse (niedrige Thrombozytenzahl), vergrößerte Lymphknoten, Augenentzündung. Chronische Fälle können zu Panzytopenie führen.
- Diagnose & Behandlung: 4Dx-SNAP-Screen plus PCR; Standard ist 4 Wochen Doxycyclin.
3. Anaplasmose
- Überträgerzecke: Schwarze Zecke
- Geografische Verbreitung: Gleiche Regionen wie Borreliose
- Symptome: Sehr ähnlich wie bei Borreliose – Fieber, Gelenkschmerzen, Lethargie, manchmal Erbrechen. Die meisten Hunde zeigen eine leichte grippeähnliche Erkrankung, es kann jedoch eine schwere Thrombozytopenie auftreten.
- Diagnose & Behandlung: Der kombinierte 4Dx-Test deckt sie ab; Behandlung mit Doxycyclin.
4. Babesiose
- Überträgerzecke: Braune Hundezecke und andere
- Geografische Verbreitung: Häufiger im Süden der USA und in Teilen des Nordostens; Ausbrüche in Tierheimen und Zuchtstätten sind dokumentiert
- Symptome: Blutarmut, dunkler oder orangefarbener Urin, Fieber, Schwäche, Gelbsucht. In schweren Fällen ist dies ein Notfall.
- Diagnose & Behandlung: Blutausstrich + PCR; Imidocarb oder Atovaquon-Azithromycin, manchmal kombiniert mit unterstützender Behandlung und einer Bluttransfusion.
5. Rocky-Mountain-Fleckfieber (RMSF)
- Überträgerzecke: Amerikanische Hundezecke (Dermacentor variabilis), Rocky-Mountain-Holzzecke und Braune Hundezecke
- Geografische Verbreitung: Südosten und Südzentral-USA, sowie vereinzelte Gebiete in den Rockies
- Symptome: Hohes Fieber, starke Lethargie, Gelenkschmerzen, Erbrechen und manchmal ein Ausschlag (im Shiba-Fell weniger sichtbar). Ohne Behandlung kann es tödlich enden.
- Diagnose & Behandlung: Gepaarte Serumtiter oder PCR; empirisch begonnenes Doxycyclin ist entscheidend und lebensrettend.
Vorbeugung, die bei einem Shiba wirklich wirkt
Da sich Shibas selbst putzen und in allem rollen, muss die Vorbeugung lückenlos sein:
- Ganzjährige Prophylaxe: Verwende ein vom Tierarzt empfohlenes Produkt wie Simparica Trio, NexGard, Credelio, Bravecto oder ein Seresto-Halsband. Shiba Inus mit monatlichen oralen Prophylaxemitteln haben eine deutlich geringere Zeckenexposition als unbehandelte Hunde.
- Borreliose-Impfung: Ziehe die canine Borreliose-Impfung (monovalent oder Kombination) in Betracht, wenn du in einem Endemiegebiet lebst oder mit deinem Shiba wanderst. Sprich mit deinem Tierarzt – sie ersetzt die Zeckenbekämpfung nicht, bietet aber eine zusätzliche Schutzschicht.
- Tägliche Fellkontrolle: Streiche mit den Fingern rückwärts durch die Unterwolle und achte besonders auf Ohren, Nacken, Achselhöhlen, Leisten, Zwischenzehenbereich und unter dem Schwanz. Das dichte Fell eines Shibas kann eine winzige, mohnkorngroße Nymphe verbergen.
- Schnelles Entfernen: Verwende eine feine Pinzette oder einen Zeckenentferner, greife dicht an der Haut und ziehe mit gleichmäßigem Druck gerade nach oben. Reinige die Bissstelle mit Antiseptikum. Bewahre die Zecke in einem verschlossenen Beutel auf oder fotografiere sie – das hilft deinem Tierarzt, falls später Symptome auftreten.
- Garten- und Wandergewohnheiten: Halte das Gras kurz, schaffe einen 1 Meter breiten Kies- oder Holzhackschnitzel-Streifen zwischen Rasen und Wald, und meide während der Hauptsaison für Zecken (April–September) Wege mit hohem Gras.
- Jährliches Screening: Viele Tierärzte führen beim jährlichen Gesundheitscheck einen 4Dx-SNAP-Test durch, der mit einem einzigen Blutstropfen auf Herzwürmer, Borreliose, Ehrlichiose und Anaplasmose testet. So lässt sich eine Exposition am einfachsten erkennen, bevor Symptome auftreten.
Wann du den Tierarzt rufen solltest
Wenn dein Shiba innerhalb von 2–6 Wochen nach einem bekannten oder möglichen Zeckenbiss Fieber, plötzliche Lahmheit, Blutergüsse, Nasenbluten, dunklen Urin, extreme Lethargie oder Appetitlosigkeit zeigt, solltest du noch am selben Tag zum Tierarzt. Doxycyclin wird von Shibas gut vertragen, die Dosierungen sind gut etabliert, und eine frühzeitige Behandlung führt fast immer zu einer vollständigen Genesung.
FAQ
Wie schnell kann eine Zecke meinen Shiba Inu krank machen?
Die meisten durch Zecken übertragenen Erreger benötigen 24–48 Stunden Anheftung, bevor sie übertragen werden, daher senken tägliche Zeckenkontrollen das Risiko für deinen Shiba drastisch. Symptome treten, wenn überhaupt, in der Regel 2–4 Wochen nach dem Biss auf.
Sollten Shiba Inus gegen Borreliose geimpft werden?
Die Borreliose-Impfung ist optional und wird hauptsächlich für Shibas empfohlen, die in Endemiegebieten leben oder dorthin reisen (Nordosten, oberer Mittlerer Westen, Pazifikküste). Sie ersetzt die Zeckenprophylaxe nicht, bietet aber eine nützliche zusätzliche Schutzschicht – sprich mit deinem Tierarzt über das Expositionsrisiko deines Hundes.
Können Shiba Inus Rocky-Mountain-Fleckfieber bekommen?
Ja. Shibas sind vollständig anfällig für RMSF, das von der amerikanischen Hundezecke, der Rocky-Mountain-Holzzecke und der braunen Hundezecke übertragen wird. Zu den Symptomen gehören hohes Fieber, Gelenkschmerzen, Erbrechen und manchmal ein Ausschlag. Frühzeitig verabreichtes Doxycyclin ist lebensrettend.
Sind durch Zecken übertragene Krankheiten zwischen Hunden oder auf Menschen übertragbar?
Die Krankheiten selbst werden nicht direkt von Hund zu Hund oder von Hund zu Mensch übertragen. Allerdings können infizierte Zecken vom Hund abfallen und Menschen im Haushalt beißen, und dieselbe Umgebung, die deinen Shiba infiziert hat, kann auch deine Familie exponieren – Vorbeugung schützt also alle zu Hause.
⚕️ This article is researched from the AKC and NIPPO breed standards, OFA/CHIC health data and veterinary sources. It is for general information only and is not a substitute for advice from your own veterinarian.



